Samstag, 26. Januar 2019

Rezension zu "Zwischen uns die Sterne" (Tara Sivec)

Endlich habe ich es gelesen und rezensiert! Ich glaube, so weit habe ich die Frist von vorablesen noch nie ausgereizt.

„Das Schlimmste, was du tun kannst, ist, zu glauben, du seist nicht gut genug für eine Frau, die du liebst, wenn ihr selbst dieser Gedanke nie in den Sinn gekommen ist.“

In ihrer Kindheit waren Cameron, Aiden und Everett unzertrennlich. Doch im Laufe der Zeit haben sie sich mehr und mehr voneinander entfernt, bis Aiden schließlich an Krebs stirbt. Cameron ist am Boden zerstört, während Everett erst durch einen Abschiedsbrief viel zu spät davon erfährt, dass Aiden überhaupt krank war. Er macht sich schwere Vorwürfe, aber vielleicht ist es noch nicht zu spät, um zu seiner verbliebenen Freundin zurückzukehren. Vielleicht besteht noch die Chance, dass Cam ihm verzeiht, vorausgesetzt, er kann seine Gefühle für sie unter Kontrolle halten, die ihn schon seit frühster Kindheit quälen.

Das Cover ist wunderschön, geheimnisvoll und romantisch, besonders mit den Sternen. Es passt gut zum Inhalt, denn die Sterne spielen eine besondere Rolle in dessen Verlauf.
Die Leseprobe macht neugierig auf mehr, man ist durch den Brief von Aiden, mit dem das Buch beginnt, gleich drin in der Geschichte und wird gut in alles eingeführt.

Cameron und Everett erzählen abwechselnd aus ihrer Ich-Perspektive, zwischendurch gibt es immer wieder Rückblenden in deren gemeinsame Kindheit und Jugend, sowie Briefe von Everett am Anfang und am Ende, so schließt sich der Kreis auf eine angenehme Weise.
Der Schreibstil ist einfach und unkompliziert, ein leicht-lockerer Liebesroman halt, den man mühelos runterlesen kann.

Die beiden Protagonisten gingen mir manchmal mit ihrem Verhalten etwas auf die Nerven, auch wenn ich sie generell mochte. Everett hat viel Gutes vollbracht, er wurde Arzt und ging ins Ausland um in Ländern mit schlechter Versorgung zu helfen. Allerdings hat das tiefe Spuren bei ihm hinterlassen und dass er bald darauf von Aidens Tod erfährt, als es schon längst zu spät ist, wirft ihn endgültig aus der Bahn. Ich finde es gut, dass er auch seinem Loch hervorkommt, und auch dass er sich (fast) selbstlos dazu entschließt, Cameron zu helfen, als ihr Camp in Schwierigkeiten steckt.
Selbige hat seit sie denken kann in dem Camp gewohnt, dass ihre Eltern für die Kinder von Soldaten und Veteranen eröffnet haben und was die Tochter nun übernommen hat. Sie ist eine selbstbewusste Person, hat ein einnehmendes Wesen und man muss sie einfach bewundern bei all dem, was sie täglich an Aufgaben stemmt.

Das Nervige war jedoch, dass sie beide, wie soll es auch anders sein, schon Ewigkeiten in den anderen verliebt sind und mehr als 15 Jahre nervös umeinander herumtänzeln, wie zwei Pferde, die nicht wissen, ob sie vor oder zurück wollen. Es war einfach anstrengend, wie offensichtlich sie dem anderen Winke mit dem Zaunpfahl gegeben haben, die an sie gerichteten aber nie wahrgenommen haben. Man wollte sie manchmal einfach greifen und ihnen Einsicht ins Hirn schütteln, zumindest ging das mir so.
Ich hätte mir auch etwas mehr Spannung gewünscht, weniger Gefühlsdrama und stattdessen mehr Action. Gegen Ende kam ich dann auch auf meine Kosten, doch leider wurde dieses Vorkommnis für mich zu schnell abgetan. Ich hätte es mir früher in der Geschichte gewünscht und dann noch etwas mehr Aufarbeitung dessen im Nachhinein.

Mein Fazit:
Anstrengend, aber noch erträglich. Zwischendurch habe ich auch einige Seiten nur überflogen, wenn mal wieder über Gefühle gefaselt wurde, die im vorigen Kapitel bereits ausgeschlachtet wurden. Etwas weniger Drama wäre wünschenswert gewesen.

Drei von fünf Sternen
★★★☆☆

Freitag, 25. Januar 2019

Rezension zu "Mitten im Dschungel" (Katherine Rundell)

Danke an den Carlsen Verlag und NetGalley für dieses digitale Rezensionsexemplar! Manchmal braucht man einfach ein bisschen Entspannung zwischen zwei Büchern oder auch einfach mal eine Pause von Fantasy und New Adult, da kommt ein Kinderbuch immer gelegen!

„Zu Hause gibt es Menschen, die dich brauchen.“
„Erwachsene brauchen keine Kinder.“

Einen Flugzeugabsturz über dem Dschungel überleben, das muss man erst mal schaffen. Aber die folgenden Tage überstehen und sich zurück in die Zivilisation kämpfen? Ob die Kinder Fred, Con, Lila und ihr kleiner Bruder Max das schaffen, steht noch in den Sternen, auch wenn Fred sehr belesen ist, was Abenteuerliteratur betrifft. Irgendwie müssen sie das Beste aus diesem Unglück machen, fraglich ob das gelingt..

Das Cover fasst im wesentlichen zusammen, worum es geht: Grünzeug. Ein hübsches Cover für ein Kinderbuch, macht neugierig auf den Klappentext, welcher mich wiederum neugierig auf das Buch gemacht hat.

Erzählt wird aus der Sicht auf die Kinder als Gruppe mit dem größten Fokus auf Fred. Dadurch hat man das große Ganze immer im Blick und es gab kein zu großes Durcheinander mit den vier verschiedenen Kindern, wie man es zum Beispiel bei vier Ich-Perspektiven gehabt hätte.
Der Schreibstil ist der Zielgruppe angemessen, einfach gehalten und gut verständlich, sodass man die Geschichte angenehm runterlesen kann, ohne sich irgendwelche Mühen machen zu müssen, außer vielleicht eine Seite umzublättern. Für Ältere ist es Urlaub fürs Gehirn mit einer netten Geschichte, für die Jüngeren perfekt.

Durch die verschiedenen Charaktere kommt hier jeder auf seine Kosten und findet bestimmt jemanden, mit dem man sich mehr oder weniger interpretieren kann. In dem Flugzeug befinden sich die aufmüpfige, sturköpfige Con, der einfallsreiche und mutige Fred, die vorsichtige und liebenswerte Lila sowie deren weinerlicher, junger Bruder Max.

Die vier waren am Anfang wie Feuer und Wasser, eine wild zusammengewürfelte Gruppe Außenseiter, die nur rein zufällig das gleiche Schicksal erleidet. Doch sie lernen, sich zusammenzuraufen und werden ein Team, eine Einheit.
Mir persönlich ist bei Max' Verhalten und seinen Schnoddergewohnheiten immer das Essen hochgekommen, aber Kinder finden das vielleicht witzig, wer weiß. Mir jedenfalls wäre es sehr lieb gewesen, hätten die Dschungelkids ein paar Taschentücher dabei gehabt. Oder auch ein paar mehr.

Dass eine Gruppe Kinder über dem Urwald mit einem Flugzeug abstürzt und das auch noch überlebt, ist schon ziemlich unwahrscheinlich. Aber alles weitere ist wirklich mehr Glück als Verstand. Mir war das Ganze etwas zu unrealistisch, besonders das Ende des Buches ist extrem weit hergeholt und ich habe mich fast ein wenig darüber geärgert, wie das gelaufen ist. Für Kinder ist das sicher alles sehr spannend, aber mir persönlich war das zu crazy.

Mein Fazit:
Nicht alle Kinderbücher sind auch für Erwachsene geeignet und mir persönlich hat dieses nicht so zugesagt. Die Idee an sich war aber ganz witzig und kann die Zielgruppe bestimmt begeistern.

Drei von fünf Sternen
★★★☆☆

Rezension zu "Irish Players - Rugbyspieler küsst man nicht" (Penny Reid & L. H. Cosway)

Man freut sich auf einen Liebesroman, der von der Qualität her an die Winston-Brothers heranreicht, bekommt aber etwas komplett anderes serviert. Danke an den LYX-Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar, was mich in jeder Hinsicht überrascht hat. 

„Wir waren wie Champagner und frittiertes Hühnchen. Wir passten überhaupt nicht zusammen, und trotzdem funktionierte es wunderbar.“

Josey Kavanagh ist Studentin, obdachlos und hat keinen Job.. denn ihre Eltern haben sie kürzlich rausgeworfen. Bei ihrer besten Freundin und deren Familie unterzukommen ist allerdings keine langfristige Lösung, findet vor allem deren Mann, sodass es wie gerufen kommt, dass sein Rugby-Team-Kollege William Moore einen Quasi-Babysitter braucht. Die Presse hat kürzlich sein intimstes Geheimnis enthüllt und eben dieses muss er sich abgewöhnen, dafür braucht er Josey. Es scheint das perfekte Arrangement, er bezahlt ihr Studium und lässt sie bei sich wohnen, sie hat dafür ein Auge auf ihn. Doch wie soll Will sich in Joseys Nähe zurückhalten und sich bessern, wenn sie doch selbst die größte Versuchung darstellt?

Nach den „Winston Brothers“ war für mich klar, dass ich von Penny Reid noch mehr lesen musste. Bis dato wusste ich nicht, dass sie bereits an einer weiteren Reihe beteiligt ist, nämlich der „Irish Players“-Reihe. Bei diesen Liebesromanen ist es oft ja unerheblich, in welcher Reihenfolge man die Bücher liest, und so vertraute ich darauf, dass das in diesem Fall auch so sein würde. Es ist zwar ungewöhnlich, mit dem vierten Band einer Reihe zu starten, aber es hat funktioniert, zumindest in der Hinsicht, dass mir keine Infos zum Verständnis gefehlt haben.
Leider muss ich sagen, dass ich in Zukunft eher nur auf Bücher zurückgreifen werde, die Penny Reid allein verfasst hat, denn entweder war dieses Buch einfach nicht mein Geschmack oder es lag an der Co-Autoin L. H. Cosway, dass es mir nicht so gut gefiel.

Josey und William erzählen aus ihren Ich-Perspektiven, was ich persönlich eigentlich sehr mag. In diesem Fall war es aber echt komisch.. sowohl seltsam-komisch als auch lustig-komisch. Die Gedanken der beiden sind wirklich einzigartig gewesen, ich hatte es noch nie mit solchen Protagonisten zu tun, näheres dazu im Folgenden.
Der Schreibstil war nichts besonderes, weder anspruchsvoll noch verschachtelt oder sonst wie blumig oder außergewöhnlich,sondern angenehm einfach und typisch für New Adult. Aber gerade deswegen war es einfach, dem Geschehen zu folgen, da die Seiten nur so dahingeflogen sind.

Nun zu den Charakteren und, ich schätze mal, damit zur größten Überraschung der Geschichte. Beide Protagonisten hatten unfassbar spezielle Eigenarten, die mir so noch nie untergekommen sind. Josey ist nicht einfach nur eine Quasselstrippe, sie ist der personifizierte Sprechdurchfall. Sie redet und redet, quatscht alle möglichen Leute an, erzählt die seltsamsten Details, die keiner hören will, und merkt nicht mal, wenn sie sich damit entsprechend blamiert und einen vollkommen schrägen Eindruck hinterlässt. Mich hat ihre Art jedes Mal überfahren, ich bin einfach nicht mit ihr warm geworden, ebenso wenig mit ihrem Hund und schon gar nicht mit ihrer Art und Weise zu lachen. Ich hätte an der Stelle ihrer Mitmenschen immer das Gefühl, man müsse in ihrer Gegenwart still sein, damit ein Gleichgewicht an Worten im Raum herrscht, wirklich furchtbar anstrengend.

Will dagegen macht auf den ersten Blick einen normalen, anständigen Muster-Sportler-Eindruck, jedoch hat er ein großes Geheimnis. Eine Neigung, von der ich bisher in keiner New Adult Geschichte gelesen habe, die man im Normalfall auch nicht in der Öffentlichkeit herumposaunt oder überhaupt von selbst thematisiert, wenn es nicht gerade die Presse ausgräbt. Es war mir fast schon unangenehm, zu lesen, was er getan hat, allerdings gelobt er ja Besserung und engagiert dafür Josey.
Alles in allem waren die beiden schon ein nettes Paar, sie haben sich irgendwie gut ergänzt. Aber ich bin nach wie vor nicht restlos überzeugt von ihnen.

Mein Fazit:
Das Buch war schon witzig. Schräg und witzig und ich war immer gut im Lesefluss, aber dennoch ist der Hintergrund der Geschichte außergewöhnlich. Das ist vielleicht nicht jedermanns Sache, meine war es zumindest nicht, aber wenn jemand auf der Suche nach etwas Neuem ist, dann ist er hier richtig.
Ich werde die Reihe trotz Penny Reid aber nicht weiter verfolgen.

Verwirrte drei von fünf Sternen
★★★☆☆

Montag, 21. Januar 2019

Rezension zu "Idol 2 - Gib mir dein Herz" (Kristen Callihan)

Nachdem es beim Verlag direkt nicht mit einem Rezensionsexemplar in Print geklappt hat, freute ich mich umso mehr, dass ich es über NetGalley beziehen durfte. Danke für diese Möglichkeit! 

„'Ich sitze neben der Frau fest, die offenbar an einem unheilbaren Fall von verbalem Durchfall leidet.'
'Sagt der Mann mit sozialer Verstopfung.'“

Sophie Darling und Gabriel Scott sind die personifizierten Gegensätze. Umso schwieriger gestaltet sich der Flug, bei dem Sophie durch ein Upgrade einen Sitz in der 1. Klasse neben ihm erhält, bis sich dann auch noch herausstellt, dass Scottie ihr zukünftiger Chef ist. Eigentlich sollten das genug Gründe sein, um sich von dem eiskalten, reservierten Mann fernzuhalten, doch so sehr die beiden auch versuchen, es zu leugnen, so spüren sie doch die gegenseitige Anziehung.

Nach „Idol – Gib mir die Welt“ ist dies der zweite Teil der Idol-Reihe von Kristen Callihan. Schon der erste Band gefiel mir super und entsprechend freute ich mich umso mehr auf die Fortsetzung rund um Scottie, den Manager der Band Kill John, um dessen Frontmann Killian es in Teil 1 geht.
Man sollte die Bücher in der vorgesehenen Reihenfolge lesen, damit einem keine Hintergrundinfos über Charaktere und die Band fehlen.

Das Cover ist wesentlich genauer als das des ersten Bandes, man sieht die dargestellte Person mehr im Detail. Sie sieht aus wie ein Geschäftsmann, ernst wie Scottie nun mal ist, und doch gutaussehend. Farblich passt das Buch gut in die Reihe.

Erzählt wird, wie ich es liebe, wechselnd aus der Ich-Perspektive von Sophie und Gabriel. Das bringt immer Schwung in die Geschichte, finde ich, man sieht beide Seiten mal und kann so besser nachvollziehen, was den einzelnen bewegt. Außerdem wird es nicht langweilig, vor allem da ich die beiden Hauptcharaktere unheimlich mochte und mich über jeden Fetzen ihrer Gedanken und Gefühle sofort hergemacht habe.
Auch durch den modernen Ton im Buch, einfach und doch abwechslungsreich und schwungvoll, die Umgangssprache und flapsigen Dialoge hier und dort war es leicht, im Fluss zu bleiben und es las sich einfach angenehm.

Sophie zu lesen war ein Fest für die Augen. Sie ist einfach erfrischend schlagfertig und plappert in einer Tour, selbst Gabriel konnte sie damit aus der Reserve locken. Lustig und spritzig, so eine offene Person muss man einfach gernhaben, ich habe sie geliebt und auch ein wenig bewundert. Gabriel ist ihr Gegenteil, stets höflich und reserviert, kein Mann großer Worte und gelegentlich eiskalt und hart. Doch durch Sophie taut die Eisschicht langsam aber sicher und die Mauern um sein Herz bröckeln. Sie ergänzen sich und bringen Seiten aneinander zum Vorschein, die sie selbst nur allzu lange verborgen haben, sie tun sich einfach gut. Typischerweise sträuben sie sich anfangs noch gegen ihre Gefühle, bis sie am Ende feststellen, dass sie nicht ohneeinander können, auf einem wirklich außergewöhnlichen Weg. Nicht zu kitschig, aber auch nicht zu trocken wird ihre Liebesgeschichte erzählt, genau richtig eigentlich. Gegen Ende häufen sich die Bettszenen zwar zu sehr für meinen Geschmack, aber darüber sehe ich mal hinweg.

Mein Fazit:
Eine wunderschöne Liebesgeschichte im Rockstar-Metier über zwei Menschen, die mal wieder nicht wussten, was sie suchten, bis sie es schließlich gefunden haben.
Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe, auch mit diesem hat Kristen Callihan mich wieder komplett abgeholt!

Fünf von fünf musikalischen Sternen
★★★★★

Freitag, 18. Januar 2019

Rezension zu "Dämonentage" (Nina MacKay)

Dieses Buch hat mir so gut gefallen, dass ich mir im Anschluss direkt das Taschenbuch zugelegt habe, um es mir ins Regal zu stellen.. gebraucht natürlich! 😎

„Adriana blinzelte, wollte etwas sagen, doch von einer Sekunde auf die andere umhüllte sie tiefe Schwärze. Beruhigende, süße Dunkelheit, die ihren Schmerz ausblendete.“

Während der Dämonentage ist es überall auf der Welt während der Dunkelheit tödlich für Menschen. Die Wesen aus der Hölle jagen in der Nacht alles, was sich nicht versteckt oder auf heiligen Boden gerettet hat. Adriana ist mit ihren Freunden in eine vermeintlich sichere Villa eingeladen, um dort die Dämonentage bis zum neuen Jahr zu verbringen, doch schon am ersten Tag ziehen sich seltsame Dinge zu und es scheint, als stecke die kleine Gruppe in großen Schwierigkeiten. Mächtige Alpha-Dämonen haben es auf sie abgesehen und insbesondere einer von ihnen, Cruz, ist ausgerechnet auf Adriana angewiesen. Doch kann sie einem Dämonen vertrauen?

Angelockt von dem hübschen Cover wurde ich neugierig auf den Klappentext und ich danke dem Piper Verlag unendlich für die Chance auf dieses Rezensionsexemplar, denn es hat sich als wahrer Schatz herausgestellt. Dämonen, die an vier Tagen im Jahr nachts sozusagen Freigang haben und die Menschheit bedrohen, das war mal eine ganz andere Idee.

Erzählt wird aus der Sicht auf Adriana, gerade hier hätte ich die Ich-Perspektive passend gefunden, aber auch so konnte man das Geschehen gut verfolgen, ebenso wie die Gefühle und Gedanken der Protagonistin. Ich konnte mich gut in Adriana hineinversetzen und sie war mir sehr sympathisch, eine Hauptfigur zum gernhaben.
Der Schreibstil hat das Buch flüssig lesbar gemacht und durch die angenehme Kapitellänge hatte man auch das Gefühl, schnell voranzukommen, nette Details am Anfang eines neuen Abschnitts waren die kleinen Illustrationen. Wenn man erstmal im Lesefluss drin ist, packt die Geschichte einen richtig, deshalb musste ich mich dazu überreden, einige Zwangspausen einzulegen.

Die Charaktere in diesem Buch haben in mir die verschiedensten Gefühle ausgelöst. Dakota hat mein Bedürfnis geweckt, jemanden anzuschreien, sie ist einfach eine furchtbare Bitch. Anstatt Adriana dankbar zu sein, dass diese sie während der Dämonentage mit ins Haus nimmt, in dass sie eingeladen ist, schimpft, beschuldigt und zickt Dakota, ätzt in einer Tour, da bekomme ich direkt schlechte Laune, wenn ich daran denke. Eloy ist ein Schlappschwanz der schlimmsten Sorte, auch wenn ich anfangs hoffte, er könnte sich als unterhaltsam und ein Love Interest für Adriana herausstellen. Leider hat er mich gelangweilt und sich als ähnlich verräterisch und aggressionsauslösend wie Dakota erwiesen.

Meine Lichtblicke neben Adriana waren Tequila, ein Labrador der sie begleitet, und Cruz, der Dämon. Die drei sind ein ungewöhnliches Trio, aber gerade deswegen hatte ich so viel Spaß dabei, über sie zu lesen. Adriana ist taff, hat einen starken Überlebenswillen und ist einfallsreich, vor allem da sie in der Vergangenheit viele Verluste durch die Dämonen einstecken musste. Umso spannender war die langsame Annäherung von ihr und Cruz, denn schließlich verkörpert er alles, was ihr gefährlich werden kann. Doch er ist menschlicher geblieben als die meisten Dämonen und das macht ihn sympathisch, gerade angesichts der Tatsache, dass er etwas an seinem Dasein verändern will.
Die beiden waren einfach ein tolles Team, ich habe mich echt gefreut, als sie sich näher gekommen sind, auch wenn ich anfangs gezweifelt hatte, ob das nicht vielleicht seltsam wäre.

Ich hatte sehr viel Spaß mit diesem Buch. Die Idee hinter der Geschichte war spannend, über Dämonen hatte ich in dieser Art noch nie gelesen. Auch die verschiedenen Klassen von Monstern waren lustig, besonders die kleinen Omegas haben es mir angetan. Den Folgeband kann ich kaum erwarten, denn ich meine gelesen zu haben, dass dies erst der Anfang zu einem Mehrteiler war.

Mein Fazit:
Überraschend gut! Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, eine spannende Geschichte mit einer starken Protagonistin.
Mehr davon bitte!

Erfreute fünf von fünf Sternen
★★★★★

Sonntag, 13. Januar 2019

Rezension zu "Maybe This Kiss - Und mit einem Mal doch" (Jennifer Snow)

Nach Band 1 der Colorado Ice Reihe folgt diese Novella, die Rezi zum ersten Teil findet ihr hier. 
Danke an NetGalley und den Lyx Verlag für das Rezensionsexemplar!

„Sie war dabei, sich erneut in ihn zu verlieben. In die neue, ältere, reifere Version von ihm.“

Als alleinerziehende Mutter und Witwe tut Becky Westmore alles für ihre Tochter Taylor. Sie sagt selten Nein, wenn es darum geht, ihrer Familie oder Freunden eine Gefallen zu tun, doch bei einem muss sie standhaft bleiben: Neil Healy, ihrer Jugendliebe, seines Zeichens stolzer Air Force Pilot und nach vielen Jahren wieder in seine Heimat Glenwood Falls zurückgekehrt.
Ihr Ex-Freund und sie versuchen verzweifelt, sich aus dem Weg zu gehen, doch in der kleinen Stadt ist das, als würde man im gleichen Raum sitzen und dabei versuchen, sich zu ignorieren. Über den jeweils anderen hinwegzukommen wird so nahezu unmöglich, doch vielleicht ist das auch gar nicht nötig..?

Dieses Buch ist eine Novella zur Colorado Ice Serie von Jennifer Snow, Band 1 ist bereits erschienen und dieser Band handelt von zwei Nebencharakteren, Becky und Neil, die man im vorigen Hauptteil bereits kennengelernt hat. Ich persönlich mag es immer lieber, wenn man einen vollwertigen Teil zu einer Serie rausbringt, als „nur“ eine Kurzgeschichte, da ich es schade finde, eine Story mit Potenzial auf das nötigste runterzubrechen, damit es noch als Novella durchgeht. Aber wenn man Fan einer Reihe ist, ist man immer dankbar für jeden Bissen, den die Autoren liefern, auch für eine Kurzgeschichte.

Das Cover passt zur Reihe, dieses macht mit seiner blauen Farbe und der Schneeflocke im Hintergrund auch einen winterlicheren Eindruck als die anderen und passt damit auch besser in die Eishockey-Atmosphäre als der Rest, finde ich. Es ist nicht gerade auffällig, aber wenn man die Reihe kennt, bringt man es definitiv damit in Verbindung.

Aus der Perspektive auf Becky und Neil wird abwechselnd erzählt, wie schon beim ersten Band allerdings nicht aus der Ich-Perspektive, woran ich dann aber gewöhnt war, da ich die Novella direkt im Anschluss las.
Durch den leichten, unkomplizierten Schreibstil liest sich das Buch noch schneller, als es durch seine Kürze sowieso schon der Fall ist, sehr lange hatte ich also nicht von der Geschichte, was ich sehr schade finde. Ich hätte gern noch mehr über Becky und Neil gelesen, und auch über ihre echt taffe Tochter Taylor, die für ihr Alter echt Biss hat.

Becky ist eine herzensgute Frau, die es immer allen recht machen möchte und deswegen oft Hilfe zusagt, obwohl sie sich damit selbst viel zu viel abverlangt. Auf der anderen Seite kann sie auch selbst sehr überzeugend und unnachgiebig sein, besonders wenn es um ihre Familie geht. Sich mit ihr anzulegen, ginge für die meisten nach hinten los, und eigentlich will sie ja auch nur helfen, wie Jackson und Abby im ersten Teil.
Ihre Liebe zu Taylor ist allgegenwärtig, und selbst wenn das Mädchen, was mit drei Eishockey-Onkeln nicht wirklich girlie-mäßig geraten ist, sich mit Zuneigungsbekundungen nicht überschlägt, merkt man doch, dass auch die Kleine jemanden braucht, zu dem sie neben ihrer Mutter aufschauen kann.

Neil hatte die Wahl, entweder das Erbe seiner Familie weiterführen und zur Army gehen oder bei der Liebe seines Lebens bleiben. Becky wollte kein Leben zwischen Einsätzen und Unsicherheit, weshalb ihre Wege sich nach der Highschool getrennt haben. Darüber ist Neil nie hinweggekommen, seine Liebe zu Becky ist ebenso standhaft wie im ersten Band von Jackson zu Abby. Er ist einfach ein guter Kerl, hilfsbereit, charmant und er kann toll mit Taylor, auch bei der Familie Westmore macht er sich beliebt und ich finde, er und Becky sind ein großartiges Paar.
Es war toll, dass man so viele Charaktere aus dem ersten Band noch einmal getroffen hat, allerdings war die Reihenfolge der Veröffentlichung etwas unglücklich, da ich nicht so der Fan von Vorgeschichten bin.

Mein Fazit:
Eine gute Novella, doch ich hätte lieber einen vollwertigen Band gehabt und diesen Teil vor „Maybe This Time“ veröffentlicht, um nicht so ein Durcheinander in der zeitlichen Abfolge zu produzieren.
Doch es war schön, wieder einen Ausflug nach Glenwood Falls unternehmen zu dürfen und ich freue mich auf den nächsten Band der Hauptreihe!

Vier von fünf Sternen
★★★★☆

Rezension zu "Maybe This Time - Und auf einmal ist alles ganz anders" (Jennifer Snow)

EEIIIISHOCKEY! Seit ich auf Super RTL damals die drei "Mighty Ducks" Filme gesehen habe, habe ich ein heimliches Faible für diesen Sport. So heimlich, dass ich es selbst gelegentlich vergesse, bis ich wieder daran erinnert werde, wie zum Beispiel mit diesem Buch. Vielen Dank Lyx Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar!

„Gib deine Träume nicht für eine Frau auf, die deine Gefühle nicht erwidert.“

Als Abigail Jansen vor 9 Jahren aus Glenwood Falls, ihrem Heimatort, wegzog, um mit ihrem damaligen Freund und späteren Mann Dean Underwood, einem erfolgreichen Eishockey-Spieler zusammen zu sein, dachte sie nicht, dass sie eines Tages geschieden und mit ihrer Tochter Dani wieder bei ihren Eltern wohnen würde, ohne Job und Freunde, dafür mit jeder Menge Kleinstadt-Tratsch im Rücken.
Zu allem Überfluss entschiedet Dani dann auch noch, der örtlichen Eishockey-Mannschaft beizutreten, deren Trainer ausgerechnet Jackson Westmore sein muss, der beste Freund von Dean. Nach all den Jahren kann Jackson Abby scheinbar nach wie vor nicht leiden, doch die Spannung zwischen ihnen löst sich langsam aber sicher und weicht einem Knistern, wenn sie sich begegnen, was sich in einem Örtchen wie ihrem schlecht vermeiden lässt. Doch kann sie sich nach einer Scheidung schon wieder auf einen Mann einlassen, ausgerechnet auf Jackson..?

Dieses Buch fiel mir schon beim Blättern in der Amazonvorschau auf und als ich dann bei der Lesejury leer ausging, war ich umso glücklicher, dass ich es über NetGalley beziehen durfte. Es ist der Auftakt einer Reihe über die Bewohner der Stadt Glenwood Falls, allesamt eishockeybegeistert. Da ich bisher zwar zu Hauf über Millionäre, Footballspieler, Rockstars und College-Bad-Boys gelesen habe, die Eishockey-Stars dabei aber eindeutig zu kurz gekommen sind, freue ich mich umso mehr über die Reihe, zumal ich diesen Sport sehr faszinierend finde.

Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht auf Abby und Jackson, leider nicht aus der Ich-Perspektive, aber da habe ich erstaunlich schnell drüber hinwegsehen können. Es war einfach zu aufregend und man hat der Geschichte sehr gut folgen können, die innere Zerrissenheit der beiden war aufregend dargestellt und ihre Gefühle realistisch.
Der Schreibstil war angenehm, nicht zu viel aufgebauscht, aber auch nicht lieblos und mit allen nötigen Details. Für meinen Geschmack hatte das Buch genau die richtige Länge für New Adult, denn es passiert meiner Meinung nach leicht, dass die Geschichten entweder zu vollgestopft oder zu mager werden.

Abby hat mich an Victoria aus „The One Best Man“ erinnert. Frisch geschieden von einem erfolgreichen Mann, zurückgekehrt ins Elternhaus, kleine Tochter im Gepäck und am Schluss liiert mit dem (ehemaligen) besten Freund des Ex-Mannes. Diese Überschneidung ist schon gravierend, allerdings das Drumherum ein anderes. In Glenwood dreht sich alles um Eishockey, was Abby gar nicht gefällt, doch sie steht auch nach diesem Beziehungsdesaster schnell wieder auf eigenen Beinen und will das Beste aus ihrer Situation machen. Dani ist ihr Ein und Alles, nichts geht über ihre Tochter. Diese bedingungslose Liebe war wunderschön mitanzusehen, vor allem weil ihr Ex-Mann derart verabscheuenswert ist, dass man ihm am liebsten den Hals umdrehen würde.

Jacksons Vergangenheit war in mehreren Hinsichten mehr als nur bedauernswert und frustrierend. Seine große Liebe gestohlen von seinem besten Freund, seine Karriere ein Witz im Vergleich zu denen seiner jüngeren Brüder. Als er die Ex-Frau seines besten Freundes wiedersieht ist er gleichermaßen sauer wie aufgeregt, er glaubt nicht an das, was Dean Abby angetan haben soll. Doch es ist erstaunlich und berührend, was für eine treue Seele Jackson ist. All die Jahre haben seine Gefühle nicht verändern können, beim Lesen seiner Gedanken würde jede Frau gnadenlos dahinschmelzen. (Hier, lebendes Beispiel! *meldet sich*)

Dieses Buch hat mir das Gefühl gegeben, in Glenwood Falls zuhause zu sein. Mir gefallen Geschichten über solch eingeschworene Kleinstadt-Gemeinschaften, dort geschehen für gewöhnlich die besten Dinge, und die Liebesgeschichte von Abigail und Jackson war eine herzzerreißend schöne. Nicht übertrieben kitschig, mit genau der richtigen Portion Drama und Schmerz. Es hätte ein paar mehr Eishockeyspiele geben können, auch mit mehr Details beschrieben, zumindest für mich.

Mein Fazit:
Ich freue mich auf alle weiteren Storys aus Glenwood Falls, sympathische Charaktere, ein (in meinem Kopf) wunderschöner Schauplatz und das alles gepaart mit Liebe und Eishockey? Ja, bitte!
Lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite, ein paar mehr sportliche Details während der Spiele oder mehr Spiele generell wären schön gewesen. Einen Stern Abzug gibt es, schließlich brauche ich für die kommenden Teile noch Luft nach oben!


Eisige vier von fünf Sternen ⛇
★★★★☆